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Call for Papers: Symposium 29.9.2027 – 75 Jahre Lastenausgleichsgesetz

Foto von Exponanten in einer Vitrien: Alte Schriften, ein gefüllter Karteikasten und handgeschriebene Listen in alten Büchern
Ausstellung im Lastenausgleichsarchiv Bayreuth 2019. Foto: Dagmar Hovestädt

Schwerpunkt: Vermögensentziehungen in der DDR im Lastenausgleich

Im kommenden Jahr 2027 jährt sich die Verkündung des Lastenausgleichsgesetzes am 14. August 1952 zum 75. Mal. Das Gesetz sollte zunächst die Folgen des Verlusts von Vermögenswerten abmildern, der mit Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung am Ende des Zweiten Weltkriegs einhergegangen war. Ab 1965 konnte Lastenausgleich zusätzlich erhalten, wer aus der DDR ausgereist oder geflüchtet war bzw. in der Bundesrepublik lebte und in der DDR Vermögenswerte besaß. Ein Zugriff auf die zurückgelassenen Vermögenswerte war in all diesen Fällen nicht mehr möglich. Mit der Wiedervereinigung war der Umgang mit den Entziehungen von Wirtschaftsgütern durch die DDR-Organe erneut zu regeln; es kam zu umfangreichen Restitutionen und Rückgaben. Gleichzeitig wurden geleistete Lastenausgleichszahlungen zurückgefordert.

Das Bundesarchiv verwahrt in seinem Lastenausgleichsarchiv Unterlagen zu etwa 300.000 Verfahren, die sich mit Vermögensentziehung in der DDR und ihrer Rückabwicklung befassen. Ein Symposium zum 75. Jahrestag der Verkündung des Lastenausgleichsgesetzes widmet sich weitergehenden Überlieferungsfragen und der Rolle des Themas in der historischen Forschung. Welchen Anteil hat die Überlieferung an der Dokumentation des DDR-Unrechts und wie sind Schäden und Entziehungsvorgänge in der Überlieferung der damals handelnden Stellen des DDR-Regimes dokumentiert? Welche weiteren Überlieferungen existieren zu diesem Kontext und welche Aussagekraft kommt den einzelnen Quellengattungen zu? Wie vollständig ist die Überlieferung zu den historischen Akteuren? Welche Fragestellungen formuliert die Forschung und wie können die vorhandenen Quellen dafür nutzbar gemacht werden?

Vertreter aus Archiven, Verwaltung und Forschung haben hier Gelegenheit, sich auszutauschen und ihre Erfahrungen und Positionen vorzutragen sowie über künftige Nutzungsszenarien und die Verortung von Überlieferungssträngen zu Entziehungen in der DDR zu reflektieren.

Willkommen sind Vorschläge für Referate (25-30 min) zu

  • Überlieferungsbefunden in Archiven und sammlungsverwahrenden Einrichtungen
  • Erschließungs- und Bereitstellungsstrategien für einschlägige Einzelfallüberlieferung,
  • thematisch einschlägigen Fragestellungen und Desideraten der Forschung,
  • Forschungsergebnissen und Werkstattberichten
  • weiteren themenbezogenen Aspekten.

Wir laden Sie ein, Ihr Proposal bis zum 31.10.2026 zu senden an: k.kuehnel@bundesarchiv.de


OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
hoffmannflorian (6. August 2026). Call for Papers: Symposium 29.9.2027 – 75 Jahre Lastenausgleichsgesetz. Archive 2.0. Abgerufen am 9. Oktober 2026 von https://doi.org/10.58079/16nm1


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