Archive unter Druck – die AG Demokratie sucht Praxisfälle aus dem Archivalltag
Die AG Demokratie im Arbeitskreis Offene Archive (VdA) hat sich zum Ziel gesetzt, Drucksituationen im Archivwesen systematisch zu erfassen. Doch was genau bedeutet „Druck“ im Archivalltag? Um das herauszufinden, starten wir nicht mit fertigen Antworten, sondern mit einer offenen Bestandsaufnahme: unserer Grundumfrage.
Da wir in letzter Zeit häufiger gefragt wurden, wie unsere Erhebung funktioniert und warum wir bestimmte Themen (wie aktuell den Fachkräftemangel) in den Fokus rücken, möchten wir hier unser dreistufiges Erhebungssystem transparent machen.
Stufe 1: Die Grundumfrage als dauerhafte Bestandsaufnahme
Die Grundumfrage ist der Einstiegspunkt in unsere Erhebung. Sie ist dauerhaft geöffnet und richtet sich an alle Kolleginnen und Kollegen, die neu in das Thema einsteigen möchten. Hier fragen wir ganz offen: Welche strukturellen Drucksituationen erleben Sie in Ihrem Archiv?
Es geht hier noch nicht um spezifische Themen, sondern um eine erste, breite Bestandsaufnahme. Wir möchten wissen, wo der Schuh drückt, sei es durch Ressourcenmangel, politische Einflussnahme, gesellschaftliche Konflikte oder strukturelle Überlastung. Jede Einrichtung, die sich an der Arbeit der AG beteiligen möchte, sollte diese Grundumfrage als ersten Schritt ausfüllen.
Stufe 2: Von der Bestandsaufnahme zu Problemkarten
Die Antworten aus der Grundumfrage werten wir systematisch aus. Aus den Schilderungen destillieren wir wiederkehrende Muster und bündeln diese in sogenannten Problemkarten. Diese Karten definieren die zentralen Handlungsfelder, mit denen sich die AG in der Folge intensiv beschäftigt.
Manche Problemkarten entstehen direkt aus der Grundumfrage. Andere ergeben sich reaktiv aus aktuellen Entwicklungen, die wir als AG beobachten beispielsweise Cyberangriffe auf kommunale Infrastrukturen oder gezielte Aggressionen im Netz gegen Gedächtniseinrichtungen.
Stufe 3: Vertiefende Fachumfragen
Auf Basis der Problemkarten entwickeln wir spezifische Fachumfragen, die wir in der Regel monatlich veröffentlichen. Ein aktuelles Beispiel ist unsere Umfrage zum Thema „Personal- und Fachkräftemangel“.
Diese Fachumfragen sind vertiefend. Sie richten sich an alle, die bereits an der Grundumfrage teilgenommen haben, sind aber optional. Hier geht es darum, ein spezifisches Problemfeld detailliert auszuleuchten: Wie äußert sich der Personalmangel konkret? Welche Lösungsansätze wurden probiert? Wo liegen die strukturellen Grenzen?
Machen Sie den ersten Schritt
Unser Ziel ist es, aus isolierten Einzelerfahrungen ein strukturelles Bild zu zeichnen. Nur wenn wir wissen, wo und wie Archive unter Druck geraten, können wir als Fachcommunity gemeinsame Argumentationsgrundlagen und Handlungsstrategien entwickeln.
Wir laden Sie ein: Machen Sie den ersten Schritt und beteiligen Sie sich an unserer Bestandsaufnahme.
https://umfrage.wartburgkreis.de/index.php/511736?lang=de
Die Umfrage kann mehrfach geöffnet werden, um verschiedene Situationen zu schildern. Die Teilnahme ist selbstverständlich anonym.
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
shurtig (5. Juni 2026). Archive unter Druck – die AG Demokratie sucht Praxisfälle aus dem Archivalltag. Archive 2.0. Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://doi.org/10.58079/16clo


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